Borromäische Inseln
Isola Madre, Pescatore, Bella - die Borromäischen Inseln am Lago Maggiore sind ein wundervolles Ausflugsziel für die ganze Familie mit dem Linienboot.
Isola Bella, Pescatore, Madre: die Borromäischen Inseln des Lago Maggiore
Verborgene Schätze im Lago Maggiore: Die Borromäischen Inseln
Wer den Lago Maggiore bereist, wird unweigerlich mit einem Namen konfrontiert: die Borromäischen Inseln. Diese kleinen Juwelen im Westen des Langensee ziehen jedes Jahr Tausende Besucher an – allen voran Isola Bella, Isola dei Pescatori und Isola Madre. Doch während diese drei Inseln regelmäßig in Reiseführern auftauchen und per Boot gut erschlossen sind, verbergen sich im Golf von Borromeo zwei weitere, weniger bekannte Eilande – geheimnisvoll, abgeschieden und nur aus der Ferne zu bestaunen. Von Cannobio aus können Sie mit dem Taxi Boot (Verkaufsstand ca 100m nach Eingang zur Seepromenade von Lakeview aus gesehen) oder mit den Linienschiffen einen wunderschönen Ausflug zu einer der borromäischen Inseln machen – oder gleich zu allen drei zugänglichen: Isola Madre, Isola Pescatore, Isola Bella. Hier finden Sie den Fahrplan der Linienschiffe des Lago Maggiore.
Die unbekannte Seite des Archipels: Private Inseln und stille Naturparadiese
Nur drei der fünf Borromäischen Inseln sind offiziell für den Publikumsverkehr geöffnet. Die Isola Bella mit ihrem majestätischen Palast, die malerische Isola dei Pescatori mit Fischern und Touristen sowie die botanisch reiche Isola Madre sind zugänglich. Die Isolino di San Giovanni und die winzige Scoglio della Malghera hingegen bleiben Reisenden weitgehend verborgen.
Isolino di San Giovanni: Toscaninis Rückzugsort
Unweit des Ufers von Pallanza liegt die Isolino di San Giovanni – ein abgeschiedenes, gerade einmal 140 Meter durchmessendes Eiland, das bis heute im Besitz der Familie Borromeo ist. Sie ist die einzige der Inseln, die zur Gemeinde Verbania gehört. Der italienische Dirigent Arturo Toscanini verbrachte hier in den 1930er-Jahren regelmäßig seine Sommermonate. Die Villa, die heute leer steht, erinnert architektonisch an den Palast der Isola Madre. Das Eiland selbst ist nicht für Besucher zugänglich, was seine mystische Aura nur verstärkt.
Scoglio della Malghera: Die kleinste im Bunde
Mit nur 600 Quadratmetern Fläche ist die Scoglio della Malghera kaum mehr als ein bewaldeter Felsen zwischen Isola Bella und Isola dei Pescatori. Obwohl sie keinen Palast oder Garten vorweisen kann, ist sie ein beliebtes Motiv für Fotografen – besonders bei Sonnenuntergang, wenn das Wasser des Lago Maggiore in goldenen Tönen schimmert. Auch hier ist kein Zugang erlaubt, was der Insel einen Hauch von Unberührtheit verleiht.
Isola Bella – Ein Barocktraum im Wasser
Die Isola Bella ist zweifellos das Aushängeschild des Archipels. Bereits im 17. Jahrhundert ließ Carlo III. Borromeo die Insel zu Ehren seiner Frau Isabella d’Adda in eine künstliche Garten- und Palastlandschaft verwandeln. Der prachtvolle Palazzo Borromeo mit seinen kunstvollen Sälen, Stuckdecken, antiken Möbeln und Skulpturen steht Besuchern offen. Noch beeindruckender sind jedoch die zehn terrassenförmig angelegten Gärten, die über 200 Pflanzenarten beherbergen – von Magnolien über Zypressen bis hin zu seltenen Orchideen. Weiße Pfauen stolzieren durch die Anlage und verleihen dem Ort ein fast märchenhaftes Flair.
Isola dei Pescatori – Die lebendige Fischerinsel
Im Gegensatz zur Isola Bella wird die Isola dei Pescatori, auch „Insel der Fischer“ genannt, bis heute bewohnt. Rund 50 Menschen leben hier dauerhaft, einige von ihnen betreiben noch traditionellen Fischfang im Lago Maggiore. Die Insel ist überschaubar – etwa 350 Meter lang und 100 Meter breit – und verfügt über ein Hotel, gemütliche Restaurants mit Seeblick, Souvenirgeschäfte und eine charmante Kirche mit Friedhof. Besonders malerisch sind die engen Gassen und der kleine Hafen. Hier kann man abseits des Trubels das authentische Leben am See erleben.
Isola Madre – Die grüne Königin
Die größte der Borromäischen Inseln ist zugleich die botanisch vielfältigste. Die Isola Madre ist ein wahres Paradies für Pflanzenliebhaber. Ihr Garten im englischen Stil ist berühmt für seltene Baumarten, exotische Blumen und die freilaufenden Vögel – darunter bunte Papageien, goldene Fasane und Pfauen. Der Palast beherbergt eine einzigartige Sammlung antiker Möbel aus dem 16. und 17. Jahrhundert sowie eine der größten Marionetten- und Puppensammlungen Europas. Wer Ruhe sucht, wird sie hier finden – zwischen Zitronenbäumen, Lotusblüten und dem Duft blühender Glyzinien.
Praktische Tipps für den Besuch der Borromäischen Inseln
Die drei touristisch zugänglichen Inseln – Isola Bella, Isola dei Pescatori und Isola Madre – sind bequem mit Booten oder Linienschiffen erreichbar. Häufige Abfahrtsorte sind Stresa, Baveno, Pallanza und Verbania-Intra. Von Cannobio aus sind die Inseln per Taxiboot-Ausflug und ebenfalls per Linienschiff erreichbar. In der Hauptsaison (Juli und August) empfiehlt sich ein Besuch unter der Woche, um den größten Besucherandrang zu vermeiden.
Die Gärten und Paläste der Isola Bella und Isola Madre sind von Mitte März bis Ende Oktober geöffnet. Familien und Gruppen profitieren oft von Ermäßigungen auf die Eintrittspreise. Die Isola dei Pescatori hingegen ist das ganze Jahr über frei zugänglich – Eintritt wird nicht erhoben.
Wer alle drei Inseln an einem Tag besichtigen möchte, kann teilweise ein Kombiticket erwerben, das sowohl die Bootsfahrt als auch den Eintritt zu den Anlagen beinhaltet. Die Linienschiffgesellschaft bietet auch vergünstigte Familientarife an.
Fazit: Fünf Inseln, ein Erlebnis
Die Borromäischen Inseln bieten weit mehr als nur klassische Touristenattraktionen. Zwischen barocker Eleganz, botanischer Vielfalt und authentischem Inselleben warten fünf einzigartige Mikrokosmen darauf, entdeckt oder zumindest bestaunt zu werden. Auch wenn nicht jede Insel betreten werden darf – ein Bootsausflug durch den Borromäischen Golf wird garantiert zu einem der unvergesslichsten Erlebnisse am Lago Maggiore.
Historisches: Die Geschichte der Borromäischen Inseln
Die Geschichte der Borromäischen Inseln ist untrennbar mit dem Aufstieg einer der einflussreichsten Adelsfamilien der norditalienischen Renaissance und des Barocks verbunden: der Familie Borromeo. Ihren Ursprung nahm die Macht dieser Dynastie im 14. Jahrhundert, als sich die ursprünglich florentinische Familie in Mailand niederließ und rasch in politische und kirchliche Machtzentren aufstieg. Besonders durch geschickte Heiraten, Bankgeschäfte und enge Verbindungen zur Kirche – darunter mehrere Kardinäle und der berühmte Heilige Karl Borromäus – wuchs der Einfluss der Familie erheblich.
Bereits im 15. Jahrhundert begannen die Borromeos mit dem Erwerb von Landbesitz rund um den Lago Maggiore. Im Jahr 1501 kaufte Giovanni Borromeo das gesamte Territorium, das heute als Borromäischer Golf bekannt ist, inklusive der damals noch kargen Inseln. Der Name „Borromäische Inseln“ geht also direkt auf die Familie zurück.
Die Isola Madre war die erste Insel, die von der Familie erschlossen wurde. Bereits ab dem 16. Jahrhundert begann man dort mit der Anlegung eines botanischen Gartens, inspiriert vom damals aufkommenden Interesse an exotischer Pflanzen und der Gartenkunst der Renaissance. Der kleine Palast auf der Insel diente lange Zeit als ländlicher Rückzugsort für die Familie.
Im 17. Jahrhundert rückte dann die Isola Bella in den Fokus – und mit ihr der Wunsch nach Repräsentation und Prestige. Carlo III. Borromeo beauftragte namhafte Architekten mit der Umgestaltung der Felseninsel in ein barockes Gesamtkunstwerk. Die Bauarbeiten zogen sich über Jahrzehnte hin und involvierten berühmte Künstler wie Vitaliano VI., der später auch die Gärten mit den monumentalen Terrassenanlagen entwarf. Die Insel wurde nach Carlos Ehefrau Isabella benannt – ein romantischer Akt mit weitreichender Wirkung, denn Isola Bella entwickelte sich zur prunkvollsten Insel des Sees.
Die Isola dei Pescatori, im Besitz anderer Familien, blieb davon weitgehend unberührt. Sie war stets das Zuhause einfacher Fischer und ist bis heute die einzige bewohnte Insel des Archipels. Erst im 20. Jahrhundert erkannte man ihren touristischen Wert, ohne jedoch ihren ursprünglichen Charme zu opfern.
Bis heute befinden sich vier der fünf Inseln im Besitz der Familie Borromeo. Die Nachfahren verwalten nicht nur das Kulturerbe, sondern öffnen auch große Teile der Paläste und Gärten für die Öffentlichkeit – ein lebendiges Zeugnis jahrhundertealter Geschichte am Lago Maggiore.
Seit 2025 sind auch wieder die Castelli di Cannero öffentlich zugänglich – ebenfalls ein Erbe der Borromäer und ein wunderschöner Ausflug, der deutlich weniger Zeit in Anspruch nimmt.
Fragen und Antworten
Ein Archipel aus fuenf Inseln im Golf von Borromeo am westlichen Lago Maggiore. Fuer Besucher zugaenglich sind Isola Bella, Isola dei Pescatori und Isola Madre.
Im Golf von Borromeo am westlichen Lago Maggiore, vor der italienischen Kueste zwischen Stresa und Verbania.
Mit dem Linienboot, etwa von Cannobio aus, oder per Taxiboot. Abfahrtsorte sind unter anderem Stresa, Baveno, Pallanza und Verbania-Intra.
Die Gaerten und Palaeste sind von Mitte Maerz bis Ende Oktober geoeffnet. In der Hauptsaison im Juli und August empfiehlt sich ein Besuch unter der Woche, um Menschenmassen zu vermeiden.
Auf der Isola Bella locken ein Barockpalast, terrassierte Gaerten und weisse Pfauen, die Isola dei Pescatori ist eine authentische Fischersiedlung und die Isola Madre bietet einen englischen Garten sowie Europas groesste Marionetten- und Puppensammlung.
Besonders fuer Familien, ausserdem fuer Pflanzenliebhaber, Kulturinteressierte und Fotografen.
Fuer Gaerten und Palaeste sind Kombitickets aus Bootsfahrt und Eintritt erhaeltlich, mit Familien- und Gruppentarifen. Die Isola dei Pescatori ist ganzjaehrig frei zugaenglich.