Sonnenaufgang auf dem Mottarone mit Blick über Hügel und Seen

Mottarone: Panoramaberg zwischen Lago Maggiore und Lago d’Orta

Weitblick auf 1.491 Metern, Wanderwege und die Alpyland-Rodelbahn

Mottarone – ein Berg zwischen zwei Seen

Lage und Höhe

Der Mottarone steht zwischen zwei Seen: auf der einen Seite der Lago Maggiore mit Stresa und den Borromäischen Inseln, auf der anderen der Lago d’Orta. Mit 1.491 Metern ist er deutlich höher als die Berge rund um Cannobio. Weil er zwischen Lago Maggiore und Lago d’Orta steht, nennen ihn die Italiener gern den Berg der zwei Seen. Bei klarer Sicht sehen Sie von oben sogar sieben: Lago Maggiore, Lago d’Orta, Lago di Mergozzo, Lago di Varese, Lago di Monate, Lago di Comabbio und Lago di Biandronno.

Mottarone auf einen Blick

  • Lage: zwischen Lago Maggiore und Lago d’Orta, oberhalb von Stresa
  • Höhe: 1.491 m, Blick auf sieben Seen
  • Anfahrt ab Lakeview: etwa 1¼ Stunden mit dem Auto über Stresa
  • Zufahrt: Strada Borromea ab Gignese (9–18 Uhr mautpflichtig, zuletzt 10 €) oder mautfrei über Armeno
  • Highlights: Panorama bis zum Monte Rosa, Alpyland, Alpinia-Garten, Wanderwege
  • Zeitbedarf: ein ganzer Tag
  • Geeignet für: Familien, Wanderer, Bergliebhaber

Ein Panorama von den Seealpen bis zum Monte Rosa

Vom Gipfel reicht der Blick an guten Tagen über einen weiten Bogen der Alpen, vom Monte Rosa über die Schweizer Gipfel bis zu den Seealpen. Im Süden öffnet sich die Po-Ebene, und bei sehr klarer Sicht erkennen Sie sogar den Monviso. Viele Gäste kennen den Lago Maggiore vom Ufer aus. Vom Mottarone sehen Sie ihn als Teil eines viel größeren Ganzen, und plötzlich wird klar, wie Seen, Täler und Berge zusammenhängen.

Hinauf mit dem Auto

Die Seilbahn von Stresa ist seit Mai 2021 außer Betrieb, hinauf geht es deshalb mit dem Auto. Von Cannobio fahren Sie am See entlang nach Stresa, rund 36 Kilometer und eine Dreiviertelstunde. Dort führt über Gignese und Alpino die Strada Borromea, eine neun Kilometer lange Privatstraße, bis zum Gipfel. Sie ist tagsüber zwischen 9 und 18 Uhr mautpflichtig, zuletzt mit 10 Euro pro Auto. Von der Orta-Seite führt eine mautfreie Straße über Armeno hinauf. Insgesamt sollten Sie ab Cannobio mit etwa 1¼ Stunden Fahrt rechnen. Oben gibt es einen großen Parkplatz.

Die Bergbahnen haben hier eine lange Geschichte: Schon 1911 fuhr eine elektrische Zahnradbahn von Stresa auf den Gipfel, bis sie 1963 stillgelegt wurde. Ab 1970 übernahm die Seilbahn, die in rund 20 Minuten über Alpino nach oben fuhr.

Alpyland: die Rodelbahn am Gipfel

Für Familien ist Alpyland der Höhepunkt. Die Schienenrodelbahn liegt direkt am Gipfel, ist 1.200 Meter lang und überwindet rund 100 Höhenmeter. Sie sitzen zu zweit in einem kleinen Schlitten, ein Aufzug zieht Sie nach oben, und bergab bestimmen Sie das Tempo mit einem Hebel selbst. Mitfahren dürfen Kinder ab vier Jahren und 100 Zentimetern Größe, die Kleinen fahren mit einem Erwachsenen.

Von Anfang April bis Ende Oktober ist täglich geöffnet, werktags von 10 bis 17 Uhr, am Wochenende bis 18 Uhr. Im Winter fährt die Bahn an den Wochenenden und in den Weihnachtsferien. Eine Fahrt kostet 6,50 Euro, für Kinder von 4 bis 9 Jahren 5,50 Euro, mit Mehrfachkarten wird es günstiger (Stand 2026). Bei schlechtem Wetter kann die Bahn kurzfristig schließen.

Blick vom Mottarone auf den Lago Maggiore und die Borromäischen Inseln

Wandern, Biken und Pause machen

Rund um den Gipfel gibt es vier ausgeschilderte Rundwege, vom kurzen Anello Baby hinter dem Gipfel bis zum Grande Anello del Mottarone. Gerade mit Kindern ist ein überschaubarer Spaziergang mit anschließender Pause oft der schönere Tag. Sportliche Wanderer gehen den ganzen Weg von Stresa hinauf: rund zwölf Kilometer und 1.300 Höhenmeter über Someraro, Levo und Alpino, teils auf der Trasse der alten Zahnradbahn, mit etwa viereinhalb Stunden Aufstieg.

Zur Stärkung gibt es oben mehrere Einkehrmöglichkeiten, etwa das Rifugio Genziana mit Gerichten aus Produkten des Ossolatals, zum Beispiel Polenta. An der Bar Stazione können Sie Mountainbikes und E-Bikes leihen, mehrere Strecken führen über den Berg, darunter auch Downhill- und Enduro-Trails für Geübte.

Unterwegs: Alpinia und das Schirmmuseum

Auf dem Weg nach oben liegt bei Alpino auf rund 800 Metern der Giardino Botanico Alpinia. Der Garten zeigt auf vier Hektar rund 1.000 Pflanzenarten aus den Alpen und Voralpen, dazu Arten aus dem Kaukasus, China und Japan. Von seinen Terrassen haben Sie einen der schönsten Blicke auf den Golf mit den Borromäischen Inseln. Geöffnet ist von April bis Oktober.

In Gignese wartet ein kleines, ungewöhnliches Museum: das Museo dell’Ombrello e del Parasole mit rund 1.500 Regen- und Sonnenschirmen, darunter Stücke von Königin Margherita. Es hat von April bis September geöffnet, montags ist Ruhetag. Gignese war früher ein Dorf der Schirmmacher, viele zogen von hier aus durch ganz Europa.

Was Sie mitnehmen sollten

Denken Sie an eine zusätzliche Schicht Kleidung. Oben kann es deutlich kühler und windiger sein als in Cannobio. Im Hochsommer ist genau das ein Vorteil: Der Mottarone ist eine angenehme Abwechslung zu einem heißen Tag am See. Der Berg lebt von seiner Aussicht. Hat er den Kopf in den Wolken, wirkt das zwar stimmungsvoll, aber der Blick fehlt. Schauen Sie deshalb vorher auf die Wettervorhersage. Im Winter ist der Mottarone ein kleines Skigebiet mit rund 15 Kilometern Pisten, ideal für Familien und Anfänger.

Ein Gönner für Garten und Museum

Hinter dem Alpinia-Garten und dem Schirmmuseum steht derselbe Mann: Igino Ambrosini. Er gründete den Garten 1934, damals noch unter dem Namen Duxia, und fünf Jahre später das Museum in Gignese. Wer beides an einem Tag besucht, versteht schnell, wie eng das Bergdorf mit der Geschichte der Schirmmacher verbunden ist.

Der Mottarone im Winter

Skifahren hat auf dem Mottarone eine lange Tradition, schon seit 1908 fahren hier Wintersportler. Das kleine Skigebiet liegt zwischen 1.200 und 1.491 Metern und hat mehrere Schlepp- und Seillifte sowie Förderbänder für Anfänger. Die Saison läuft in der Regel von Ende Dezember bis Ende März, je nach Schnee. Für Familien mit kleinen Kindern, die die ersten Schwünge üben, ist das Gebiet gut geeignet. Wer weiter fahren möchte, findet in Bosco Gurin oder an der Piana di Vigezzo größere Alternativen, beide sind von uns aus gut zu erreichen. Die Rundwege auf dem Gipfel können Sie im Winter mit Schneeschuhen gehen.

Mit dem Rennrad auf den Mottarone

Unter Radfahrern ist die Auffahrt von Stresa ein bekannter Anstieg. Radfahrer zahlen auf der Strada Borromea keine Maut. Rechnen Sie mit rund 1.300 Höhenmetern vom See bis zum Gipfel. Bei sommerlicher Hitze starten Sie am besten früh am Morgen.

Vom Mottarone ist es nicht weit nach Orta San Giulio oder nach Stresa mit den Borromäischen Inseln. Wir würden den Berg aber als Hauptziel des Tages planen und höchstens einen kleinen zweiten Programmpunkt anhängen, etwa den Alpinia-Garten auf dem Rückweg. Die Anfahrt ab Cannobio ist länger, und der Tag soll nicht in Hektik enden. Abends sind Sie wieder zurück am Wasser. Wohnen können Sie bei uns im Mobile Home am Lago Maggiore, in einer Ferienwohnung mit Seeblick oder auf einem Stellplatz für Wohnmobil, Wohnwagen oder Zelt.

Insider-Tipps von Einheimischen

Damit Ihr Ausflug ganz besonders schön wird:

  • Wir empfehlen, vorher das Wetter zu prüfen. Ohne klare Sicht fehlt dem Mottarone sein größtes Plus.
  • Wir empfehlen eine zusätzliche Jacke oder einen Pulli, oben ist es oft kühler und windiger.
  • Für Familien empfehlen wir Alpyland. Kinder ab vier Jahren fahren in Begleitung eines Erwachsenen.
  • Wir empfehlen, nicht zu viel an einem Tag zu planen. Der Mottarone allein füllt einen schönen Ausflugstag.
  • Bei guter Sicht empfehlen wir eine längere Pause oben: Der Blick ist der eigentliche Höhepunkt.

Fragen und Antworten