Piazza in Bellinzona am Abend mit beleuchteter Burg und Weihnachtsbaum

Burgen von Bellinzona: UNESCO-Welterbe im Tessin

UNESCO-Weltkulturerbe: Die Burgen von Bellinzona sind ein Muss für alle Kulturbegeisterten!

Die Burgen von Bellinzona (Tessin, CH)

Bellinzona ist die Hauptstadt des Tessins, liegt nicht weit vom Lago Maggiore und ist von Lakeview Cannobio aus in einer knappen Stunde erreicht. Berühmt ist die Stadt für ihre drei mittelalterlichen Burgen, die seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Ein schöner Ausflug für Familien, Geschichtsfans und alle, die gerne mit Aussicht spazieren gehen.

Was Sie erwartet

  • ein Spaziergang durch Jahrhunderte mittelalterlicher Architektur
  • Ausblicke über Bellinzona, das Tessintal und bei klarer Sicht bis zum Lago Maggiore
  • Ausstellungen in den Burgen, vor allem im Castelgrande und in Montebello
  • Wege, die die Burgen mit der Altstadt verbinden
  • ein UNESCO-Welterbe, das im Alpenraum einmalig ist

Drei Burgen und eine Mauer

Das Burgenensemble besteht aus drei Burgen, Castelgrande, Castello di Montebello und Castello di Sasso Corbaro, verbunden durch Stadtmauern und eine große Wehrmauer, die sogenannte Murata, die einst das ganze Tal abriegeln konnte. So kontrollierte die Festung den Weg zu den Alpenpässen Gotthard, Lukmanier und San Bernardino. Offiziell stehen die Burgen als „Three Castles, Defensive Wall and Ramparts of the Market-Town of Bellinzona“ auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Burgen von Bellinzona auf einen Blick

  • Ort: Bellinzona, Hauptstadt des Tessins (Schweiz)
  • Ab Cannobio: knapp eine Stunde mit dem Auto
  • Burgen: Castelgrande, Montebello, Sasso Corbaro, dazu die Murata
  • Geöffnet 2026: alle Burgen 28. März bis 8. November, 10 bis 18 Uhr; im Winter nur Castelgrande ganz
  • Kombiticket Fortezza Pass: Erwachsene 28 CHF, Familien 70 CHF
  • Zeitbedarf: 2 bis 4 Stunden

Castelgrande

Castelgrande thront auf einem Felsen direkt über der Altstadt. Hinauf geht es zu Fuß über einen Weg aus der Stadt oder bequem mit dem Aufzug ab der Piazzetta della Valle. Der Aufzug ist selbst schon ein Erlebnis: Der Tessiner Architekt Aurelio Galfetti ließ ihn bei der Umgestaltung der Burg, die 1993 abgeschlossen wurde, direkt in den Fels hauen. Ein schmaler, fast dunkler Gang führt hinein, oben geht es über eine breite Rampe auf die große Rasenfläche im Burghof. Castelgrande ist die größte der drei Burgen. Im Inneren zeigt ein Museum die lange Geschichte des Hügels von den ersten Siedlungen bis in die Neuzeit. Von den Mauern und Türmen haben Sie einen schönen Blick auf die Altstadt und die beiden anderen Burgen. Für den Besuch sollten Sie 1 bis 2 Stunden einplanen. Im Castelgrande gibt es auch ein Restaurant und eine Bar, und der Rasen im Hof ist ein beliebter Platz zum Ausruhen.

Castello di Montebello

Das Castello di Montebello liegt etwa 90 Meter über der Stadt. Die ältesten Teile stammen aus dem späten 13. Jahrhundert, als die Comer Familie Rusca hier baute. Im 14. und 15. Jahrhundert bauten die Mailänder Herrscher, erst die Visconti, dann die Sforza, die Burg weiter aus. Um 1500 übernahmen die Eidgenossen die Burg, verwaltet wurde Montebello vom Stand Schwyz. Heute ist hier ein archäologisches Museum untergebracht. Montebello ist ruhiger als Castelgrande und lohnt sich vor allem wegen der Aussicht.

Castello di Sasso Corbaro

Das Castello di Sasso Corbaro liegt am höchsten und etwas abseits auf einem Felsen südöstlich der beiden anderen Burgen. Die Mailänder ließen es 1479 in kurzer Zeit errichten, um die Verteidigungslinie zu schließen. Von hier haben Sie den schönsten Rundblick auf die anderen Burgen, die Stadt und die Berge, bei guter Sicht bis zum Lago Maggiore. Je nach Saison gibt es auch hier kleinere Ausstellungen. Ein schöner Abschluss für die Burgentour, besonders am späten Nachmittag. In der Osteria der Burg gibt es Tessiner Spezialitäten.

Zinnenmauer und Turm einer der drei Burgen von Bellinzona

Tipps für Ihre Burgentour

  • Zeit: Für alle drei Burgen mit Ausstellungen sollten Sie 3 bis 4 Stunden einplanen. Wer nur die Außenbereiche ansehen möchte, kommt mit 2 Stunden aus.
  • Startpunkt: Am besten in der Altstadt starten und zuerst zum Castelgrande gehen. Von dort geht es weiter nach Montebello und zum Schluss nach Sasso Corbaro.
  • Saison: 2026 sind alle Burgen vom 28. März bis 8. November von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Im Winter ist nur Castelgrande ganz zugänglich, bei Montebello und Sasso Corbaro nur die Höfe.
  • Tickets: Mit dem Fortezza Pass kommen Sie in alle drei Burgen: Erwachsene zahlen 28 Franken, Familien mit zwei Erwachsenen und bis zu drei Kindern 70 Franken, ermäßigt 18 Franken (Stand 2026).
  • Wege: Gute Wege verbinden die Burgen. Der Aufzug zum Castelgrande erleichtert den Einstieg, für Montebello und Sasso Corbaro geht es bergauf. Wer es bequemer mag, nimmt die kleine Touristenbahn „Artù“, die zu den beiden oberen Burgen fährt.
  • Samstags: Verbinden Sie den Besuch mit dem großen Wochenmarkt in der Altstadt, der das ganze Jahr samstags von 8 bis 13 Uhr stattfindet. In der Pasticceria Peverelli an der Piazza Collegiata gibt es die typischen Bellinzoneser Bissoli zum Kaffee.
  • Durch die Murata: Durch die alte Wehrmauer führt ein Gang mit Bogengewölbe, ein kurzer, stimmungsvoller Abstecher.
  • Fotos: Jede Burg bietet schöne Fotopunkte, besonders bei Sonnenuntergang.

Kurzer geschichtlicher Hintergrund

Bellinzona und seine Burgen sind eng mit den Verkehrswegen über die Alpen verbunden. Archäologische Funde zeigen, dass der Hügel des Castelgrande schon in der Jungsteinzeit besiedelt war. Im Mittelalter wechselte die Herrschaft immer wieder, vor allem zwischen Mailand (Visconti, Sforza) und lokalen Adelshäusern, denn die Kontrolle über die Pässe war wirtschaftlich und politisch wichtig. Im 15. Jahrhundert bauten die Mailänder Castelgrande und Montebello systematisch aus, verstärkten Murata und Stadtmauern und errichteten 1479 schließlich Sasso Corbaro.

Um 1500 kam Bellinzona unter die Herrschaft der Eidgenossen, die drei Burgen wurden von Uri, Schwyz und Nidwalden verwaltet. Danach wechselten Nutzung und Zustand mehrfach, bis im 20. Jahrhundert umfangreiche Restaurierungen begannen.

Anreise von Cannobio

Mit dem Auto fahren Sie über Locarno und durch die Magadinoebene nach Bellinzona, das dauert eine knappe Stunde. Von Locarno aus fährt auch die Bahn regelmäßig nach Bellinzona. Und wer danach noch mehr Burgen sehen möchte: Die Castelli di Cannero liegen direkt vor unserer Haustür.

Nach einem Tag zwischen Burgmauern kehren Sie abends zurück an den See: Bei uns in Cannobio wohnen Sie im Mobile Home mit Seeblick, in einer Ferienwohnung am Lago Maggiore oder auf einem Stellplatz für Camper und Zelt.

Insider-Tipps von Einheimischen

Damit Ihr Ausflug ganz besonders schön wird:

  • Für alle drei Burgen empfehlen wir, drei bis vier Stunden einzuplanen.
  • Als Einstieg empfehlen wir das Castelgrande in der Altstadt.
  • Sasso Corbaro lohnt sich wegen der Aussicht besonders am späten Nachmittag oder Abend.

Fragen und Antworten

Ein UNESCO-Weltkulturerbe aus drei mittelalterlichen Festungen mit Stadtmauern: Castelgrande, Montebello und Sasso Corbaro.