Kloster Santa Caterina del Sasso in der Felswand über dem Lago Maggiore

Santa Caterina del Sasso: das Kloster in der Felswand

Eine Einsiedelei direkt über dem Wasser, am Ostufer des Lago Maggiore

Santa Caterina del Sasso – Kloster über dem Lago Maggiore

Ein Kloster, das am Felsen hängt

Von der Straße aus sieht man Santa Caterina del Sasso nicht. Erst wenn Sie zum See hinuntergehen, rückt die Felswand näher, und zwischen den Bäumen tauchen die Mauern des alten Klosters auf. Die Anlage liegt bei Leggiuno am Ostufer des Lago Maggiore, schon in der Lombardei, und ist direkt in den Fels gebaut, knapp über dem Wasser. Von hier blicken Sie hinüber zum Westufer und auf die Borromäischen Inseln.

Santa Caterina del Sasso auf einen Blick

  • Lage: bei Leggiuno, Ostufer des Lago Maggiore (Lombardei)
  • Anfahrt ab Lakeview: etwa 1¼ bis 1½ Stunden, über Luino oder mit der Autofähre Intra–Laveno
  • Zugang: 268 Stufen vom kostenlosen Parkplatz oder Lift (1 € pro Fahrt), in der Saison auch per Schiff
  • Eintritt: 5 €, ermäßigt 3 €, unter 18 Jahren frei (Stand 2026)
  • Zeitbedarf: 45 bis 90 Minuten für die Besichtigung
  • Geeignet für: Paare, Familien, Kulturinteressierte, Fotografen

Ein Gelübde nach dem Sturm

Der Überlieferung nach geriet der Kaufmann Alberto Besozzi aus dem nahen Arolo um 1170 auf dem See in einen schweren Sturm. Er überlebte, gelobte der heiligen Katharina von Alexandria ein Leben als Einsiedler und zog sich in eine Felsgrotte an dieser Stelle zurück. Die älteste Kapelle wird auf das Jahr 1195 datiert. Über die Jahrhunderte kamen weitere Kirchen und Klostergebäude dazu, nacheinander lebten hier Dominikaner, Ambrosianer und Karmeliten. Unter Maria Theresia wurde das Kloster 1770 aufgehoben und verfiel.

Eine der bekanntesten Geschichten des Ortes handelt von fünf großen Felsblöcken. Sie stürzten im 17. oder frühen 18. Jahrhundert von der Wand auf das Dach und blieben im Gewölbe der Kapelle über Besozzis Grab stecken, ohne es zum Einsturz zu bringen. Erst 1910 wurden sie entfernt. 1914 wurde das Kloster Nationaldenkmal, 1970 übernahm die Provinz Varese die Anlage und ließ sie bis 1984 umfassend restaurieren. Seit 2019 lebt hier wieder eine kleine Gemeinschaft, die Fraternità Francescana di Betania.

268 Stufen oder der Lift

Vom großen, kostenlosen Parkplatz oben führt eine Treppe mit 268 Stufen hinunter. Sie ist gut zu schaffen, der Rückweg nach oben ist im Sommer aber anstrengend. Wer die Treppe nicht gehen kann oder möchte, nimmt den in den Fels gebauten Lift. Er kostet einen Euro pro Fahrt, bezahlt wird mit Münzen. Für Menschen mit Gehbehinderung und ihre Begleitung ist er kostenlos. Unten sind die Wege aus Stein und uneben, feste Schuhe sind sinnvoll.

Was Sie im Kloster sehen

Der Rundgang beginnt im südlichen Konvent mit seinem Säulengang aus sieben Bögen. Im Kapitelsaal sind Fresken mit Kreuzigung und Kreuzabnahme erhalten, im Refektorium ein Abendmahl aus dem 17. Jahrhundert. Im Hof steht eine große Weinpresse aus dem 18. Jahrhundert, ein Hinweis darauf, dass hier auch Wein gemacht wurde. Im kleinen Konvent daneben finden Sie Reste eines Totentanzes, ein seltenes Motiv in der Region.

Die Kirche verbindet mehrere ältere Räume zu einem. Vor ihr liegt ein Säulengang von 1508, über dem Altar hängt die Mystische Vermählung der heiligen Katharina von 1612. In der Kapelle San Nicola zeigt ein Fresko von 1438 Christus in der Mandorla mit den Symbolen der Evangelisten. Der romanische Glockenturm stammt aus dem 14. Jahrhundert.

Santa Caterina del Sasso von oben: das Kloster an der Felswand über dem See

Eintritt und Öffnungszeiten

Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro für Besucher über 65. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind frei. Von Mitte März bis Mitte Oktober und in den Weihnachtsferien ist täglich von 9.30 bis 19.30 Uhr geöffnet. In der übrigen Zeit öffnet das Kloster werktags erst ab 13.30 Uhr, am Wochenende ganztägig. Während der Abendmesse um 18 Uhr ruht die Besichtigung. Für den Rundgang reichen 45 bis 90 Minuten (Stand 2026).

Anreise von Cannobio

Mit dem Auto haben Sie zwei Möglichkeiten. Die eine führt über die Schweiz, Locarno und Luino am Ostufer entlang, rund 74 Kilometer und knapp anderthalb Stunden. Die andere geht über Verbania-Intra und die Autofähre nach Laveno. Die Fähre fährt tagsüber etwa alle 30 Minuten und braucht rund 20 Minuten über den See. Von Laveno sind es dann noch etwa sechs Kilometer bis zum Kloster. Die Fährvariante ist für viele die schönere, weil die Überfahrt schon zum Ausflug gehört.

In der Saison legen auch Linienschiffe aus Stresa und Arona direkt unterhalb des Klosters an. Vom Wasser aus sieht man erst richtig, wie ungewöhnlich die Gebäude in der Felswand sitzen. In der Nebensaison wird die Station nicht angefahren, prüfen Sie deshalb vorher den Fahrplan der Navigazione Lago Maggiore.

Was sich gut kombinieren lässt

Wer die Fähre nimmt, verbindet den Besuch am besten mit der Kübel-Seilbahn auf den Sasso del Ferro in Laveno. In offenen Zweierkörben schweben Sie in rund 15 Minuten auf fast 1.000 Meter. Zum Baden liegt der Strand von Reno di Leggiuno nur wenige Kilometer entfernt, ein Sand- und Kiesstrand mit Blick auf die Borromäischen Inseln.

Oben am Parkplatz liegt die Locanda dell’Eremo mit Bar und regionalen Produkten, daneben eine Wiese für ein Picknick. Am schönsten ist das Licht am Nachmittag, wenn die Sonne von Westen auf Kloster und Felswand fällt.

Weitere Ziele am Ostufer

Wer über die Schweiz anreist, kommt durch Luino. Jeden Mittwoch findet dort einer der größten Märkte am See statt, mehr dazu auf unserer Seite zu den Wochenmärkten. Planen Sie an Markttagen aber mehr Zeit für die Fahrt ein, rund um Luino staut es sich dann.

Die Bergstation der Kübel-Seilbahn in Laveno liegt am Poggio Sant’Elsa auf 974 Metern. Von dort sind es noch rund 20 Minuten zu Fuß bis zum Gipfel des Sasso del Ferro auf 1.062 Metern. Die Bahn fährt das ganze Jahr außer im Januar. Wanderer können das Kloster auch zu Fuß erreichen: Eine Runde von Cerro über Reno und Santa Caterina nach Arolo misst rund 18 Kilometer und dauert etwa fünf Stunden, mit Bademöglichkeiten unterwegs.

Gut 20 Kilometer weiter südlich thront die Rocca di Angera über dem See. In der Burg der Familie Borromeo zeigt ein Museum seit 1988 über 1.000 Puppen, Spielzeuge und Automaten in zwölf Sälen. Dazu kommen Fresken aus dem 13. Jahrhundert und ein mittelalterlicher Garten. Für die Rocca sollten Sie rund zwei Stunden einplanen.

Ein Bild im Sacello

Ein Detail, das viele übersehen: Im ältesten Raum, dem kleinen Sacello, zeigt ein Fresko aus den Jahren 1892 und 1893 den Einsiedler Alberto Besozzi in seiner Grotte. Sein Blick geht über den See hinüber zur Isola Madre, so wie Sie ihn heute noch von der Terrasse des Klosters haben.

Santa Caterina passt gut in einen ruhigeren Urlaubstag, an dem Sie nicht zu viel Programm haben möchten. Wohnen können Sie bei uns im Mobile Home am Lago Maggiore, in einer Ferienwohnung mit Seeblick oder auf einem Stellplatz für Wohnmobil, Wohnwagen oder Zelt.

Insider-Tipps von Einheimischen

Damit Ihr Ausflug ganz besonders schön wird:

  • Wir empfehlen, die Treppe zumindest in eine Richtung zu gehen. Für den Rückweg nach oben ist der Lift an heißen Tagen eine gute Hilfe.
  • Wenn es passt, empfehlen wir den Blick vom Wasser aus: Vom Schiff sehen Sie am besten, wie das Kloster in die Felswand gebaut ist.
  • Wir empfehlen den Besuch ausdrücklich auch bei bedecktem Himmel. Dann wirken die alten Mauern besonders eindrucksvoll.
  • Mit kleinen Kindern empfehlen wir, die vielen Stufen und den Rückweg zum Parkplatz einzuplanen.

Fragen und Antworten

Bei Leggiuno am Ostufer des Lago Maggiore, in der Lombardei.