Monte Giove: Rundwanderung über Cannobio
Von Sant’Agata über die Alpe Marcalone auf 1.298 Meter, mit Rundumblick über den nördlichen Lago Maggiore
Monte Giove – der Gipfel über Sant’Agata
Lage und Höhe
Der Monte Giove ist einer der schönsten Aussichtsberge direkt über Cannobio. Mit 1.298 Metern liegt er zwischen dem See und dem Valle Cannobina, und vom Gipfel sehen Sie in alle Richtungen: auf den nördlichen Lago Maggiore mit Brissago und seinen Inseln, auf Locarno, die Magadino-Ebene bis Bellinzona, auf Cannobio und ins Cannobinatal hinein. Das Beste daran: Der Ausgangspunkt liegt praktisch vor unserer Haustür.
Monte Giove auf einen Blick
- Lage: über Cannobio, zwischen Lago Maggiore und Valle Cannobina
- Höhe: 1.298 m
- Start: Parkplatz vor Sant’Agata (ca. 470 m), wenige Minuten mit dem Auto ab Lakeview
- Rundweg: rund 9 km, etwa 850 Höhenmeter, reine Gehzeit ca. 4½ Stunden
- Highlights: Oratorium San Luca, Alpe Marcalone, Gipfelkreuz mit 360-Grad-Blick
- Geeignet für: geübte Wanderer, Familien mit größeren Kindern
- Einkehr: Agriturismo Da Attilio an der Alpe Marcalone, Bar und Trattoria in Sant’Agata
Sant’Agata: Start mit Seeblick
Die Straße nach Sant’Agata zweigt nur wenige Meter von Lakeview entfernt in Richtung Schweizer Grenze links von der Uferstraße ab. Rund drei Kilometer windet sie sich in Kehren durch Campeglio hinauf, mit dem Auto sind Sie in wenigen Minuten oben. Kurz vor dem Ort liegt links ein großer Parkplatz. Ohne Auto erreichen Sie Sant’Agata mit dem Bus der Linie 17, der allerdings nur vormittags fährt, oder zu Fuß über den alten Saumweg von Darbedo über Campeglio.
Sant’Agata liegt auf rund 470 Metern am Osthang des Monte Giove und war bis 1928 eine eigene Gemeinde. Die Pfarrkirche entstand in ihrer heutigen Form zwischen 1771 und 1784, ihre Geschichte reicht aber viel weiter zurück: Bereits 1566 erhob Karl Borromäus sie zur Pfarrkirche. Vor der Kirche liegt eine Terrasse mit Blick über Cannobio und einen großen Teil des Sees. Hier gibt es einen Brunnen, Toiletten und eine Bar, und in der Trattoria della Volpe können Sie nach der Tour einkehren. Füllen Sie in Sant’Agata Ihre Flaschen auf, unterwegs gibt es keine verlässliche Wasserstelle.
Der Aufstieg über San Luca und Marcalone
Am Parkplatz beginnt der Weg auf einer für Autos gesperrten Privatstraße. Bald wird er zum Pfad und steigt steil durch Kastanien- und Eichenwald zum kleinen Oratorium San Luca auf 687 Metern. Danach kommen Sie an Terrassen mit den Ruinen eines verlassenen Weilers vorbei. An der folgenden Gabelung halten Sie sich rechts, der linke Weg nach Biessen ist später Ihr Rückweg.
Auf 860 Metern öffnet sich der Wald an der Alpe Marcalone. Wiesen, ein paar Häuser und ein weiter Blick über den See machen den Ort zum idealen Platz für eine erste Pause. Der Agriturismo Da Attilio bietet hier Ziegenkäse und Gemüse aus eigenem Anbau. Wer die Tour abkürzen möchte, kann über eine andere, schmale Straße bis Marcalone fahren.
Zum Gipfel und zurück über Biessen
Hinter Marcalone führt der Weg in den Fichtenwald. Achten Sie hier auf den dritten Pfad, der rechts von der asphaltierten Straße abzweigt. Dieser steile Pfad ist eine Abkürzung, und genau hier verlaufen sich viele. Über einen Fahrweg geht es weiter bis auf etwa 1.220 Meter. An einer Kehre mit einem Eisenpfosten biegen Sie links ab und steigen durch lichten Birkenwald zum Gipfel.
Oben stehen ein Gipfelkreuz, ein Gipfelbuch und eine künstlerisch gestaltete Bank, die den verschiedenen Namen des Göttervaters Jupiter gewidmet ist, auf Italienisch Giove. Lassen Sie sich hier Zeit, die Rundumsicht gehört zu den schönsten am oberen Lago Maggiore. Im Hintergrund erkennen Sie den Monte Faierone, mit 1.775 Metern der höhere Nachbar.
Der Abstieg führt auf der anderen Seite über den Weiler Rombiago auf 1.167 Metern. Kurz vor den Häusern biegen Sie links in den Wald zu einer Ruine ab. Der Abzweig ist schwer zu sehen, und die Markierungen sind teilweise verblasst. Danach queren Sie zu den oberen Hütten von Biessen. Ein Stück über dem Valle Cannobina mit einem kleinen Bildstock ist etwas ausgesetzt, aber nicht gefährlich. Über San Luca geht es zurück nach Sant’Agata.
Die ganze Runde ist rund 9 Kilometer lang, hat etwa 850 Höhenmeter und dauert ohne Pausen rund viereinhalb Stunden. Markiert ist sie rot-weiß und mit Schildern nach Monte Giove, Biessen und Sant’Agata. Wir empfehlen trotzdem die Kompass-Karte Nr. 90 Lago Maggiore oder eine GPS-Spur auf dem Handy.
Für wen sich die Tour eignet
Der Monte Giove ist eine richtige Bergwanderung. Sie brauchen Trittsicherheit, gute Schuhe und etwas Kondition. Familien mit größeren Kindern, die längere Wanderungen gewohnt sind, schaffen die Runde gut, für kleine Kinder ist sie zu lang. Sportliche Wanderer starten direkt in Cannobio an der Tafel in Darbedo und gehen über den Saumweg nach Campeglio und Sant’Agata. Dann kommen gut 1.100 Höhenmeter zusammen.
Am schönsten ist der Berg im Frühling und im Herbst, wenn die Luft klar ist und die Fernsicht weit reicht. Im Sommer starten Sie am besten früh am Morgen, bevor es am Hang warm wird. Im Winter ist er nur ohne Schnee oder mit Schneeschuhen begehbar.
Was Sie mit dem Monte Giove verbinden können
Unterhalb von Sant’Agata liegt das Orrido di Sant’Anna, eine bis zu 25 Meter tiefe Schlucht, die der Cannobino in den Fels gegraben hat. An ihrem Rand steht die Kirche Sant’Anna von 1638, daneben führt eine alte, schmale Steinbrücke über das Wasser. Wer an einem anderen Tag eine kürzere Tour möchte, geht die Runde von Traffiume über Campeglio nach Sant’Agata: rund 7,5 Kilometer und zwei Stunden, mit der Hängebrücke Ponte Ballerino von 1933.
Eine kleine Geschichte am Rand: Um die Jahrhundertwende war die Fonte Carlina bei Cannobio ein bekannter Kurort, der Überlieferung nach soll auch Friedrich Nietzsche hier gewesen sein. Heute ist die Quelle eine kleine Grünanlage.
Ein Blick in die Kirche von Sant’Agata
Bevor Sie losgehen oder nach der Tour, lohnt ein Blick in die Pfarrkirche. Bis etwa 1400 hieß der Ort übrigens noch Crimiala. Im Inneren finden Sie ein Taufbecken von 1612 und eine Orgel von 1852, die Ausmalung stammt aus den Jahren 1946 bis 1950 vom Maler Mario Albertella. Neben dem modernen Glockenturm steht noch der Rest eines kleinen romanischen Turms, versteckt zwischen neueren Gebäuden.
Für Geübte: Monte Giove und Faierone
Erfahrene Bergwanderer verbinden den Monte Giove mit dem höheren Monte Faierone. Ein Fahrweg verbindet den Sattel zwischen beiden Bergen. Als Runde ab Sant’Agata kommen dann rund 1.400 Höhenmeter zusammen, das ist eine lange Tagestour mit früher Startzeit und guter Kondition.
Im Winter mit Schneeschuhen
Liegt Schnee, wird der Monte Giove zum Ziel für Schneeschuhwanderer. Der Italienische Alpenverein CAI hat die Tour schon als geführte Schneeschuhwanderung angeboten. Gehen Sie im Winter nur bei sicheren Verhältnissen und gut ausgerüstet, die Tage sind kurz, und auf eine Einkehr unterwegs sollten Sie sich nicht verlassen.
Der Monte Giove ist eine Tour, für die Sie nicht weit fahren müssen. Morgens geht es los, am Nachmittag sind Sie zurück und können sich im See abkühlen. Wohnen können Sie bei uns im Mobile Home am Lago Maggiore, in einer Ferienwohnung mit Seeblick oder auf einem Stellplatz für Wohnmobil, Wohnwagen oder Zelt.
Insider-Tipps von Einheimischen
Damit Ihr Ausflug ganz besonders schön wird:
- Wir empfehlen eine längere Pause an der Alpe Marcalone. Der Blick über den See ist hier schon fast so schön wie oben.
- Für die Fernsicht empfehlen wir klare Tage im Frühling oder Herbst.
- Im Sommer empfehlen wir, früh am Morgen zu starten, bevor es am Hang warm wird.
- Wenn Ihnen die Runde zu lang ist, empfehlen wir die Anfahrt bis zur Alpe Marcalone.
Fragen und Antworten
1.298 Meter.
Am Parkplatz kurz vor Sant’Agata über Cannobio. Die Straße dorthin zweigt nur wenige Meter von Lakeview entfernt ab, mit dem Auto sind Sie in wenigen Minuten dort.
Rund 9 Kilometer mit etwa 850 Höhenmetern. Ohne Pausen brauchen Sie etwa viereinhalb Stunden.
Ja, über den alten Saumweg nach Campeglio und Sant’Agata. Dann sind es gut 1.100 Höhenmeter.
Für größere Kinder, die längere Wanderungen gewohnt sind, ja. Für kleine Kinder ist die Runde zu lang.
Den nördlichen Lago Maggiore mit Brissago und seinen Inseln, Locarno, die Magadino-Ebene bis Bellinzona, Cannobio und das Valle Cannobina.
Ja, an der Alpe Marcalone gibt es den Agriturismo Da Attilio, in Sant’Agata eine Bar und die Trattoria della Volpe. Öffnungszeiten am besten vorher prüfen.