Monte Carza: Hausberg über Cannobio mit Big Bench
Bergwanderung direkt ab Cannobio oder kurzer Weg ab Trarego Viggiona
Monte Carza – der Berg hinter dem Ort
Lage und Höhe
Wenn Sie in Cannobio am See stehen und nach Süden schauen, sehen Sie die Hänge, die steil über dem Ufer ansteigen. Einer dieser Gipfel ist der Monte Carza mit 1.116 Metern. Weil er so selbstverständlich zur Kulisse gehört, übersehen ihn viele Gäste als Ausflugsziel. Dabei bietet er alles für einen schönen Tag: ruhige Bergdörfer, Wald, eine riesige gelbe Bank mit Seeblick und, wer möchte, eine richtige Bergtour direkt ab Cannobio.
Monte Carza auf einen Blick
- Lage: über dem Westufer zwischen Cannobio und Cannero Riviera
- Höhe: 1.116 m
- Anreise ab Lakeview: zu Fuß ab Cannobio oder mit dem Auto über Cannero Riviera nach Trarego Viggiona (Parkplatz am Grotto Monte Carza)
- Wanderung ab Cannobio: rund 900–1.000 Höhenmeter, Aufstieg 2½ bis 3 Stunden
- Big Bench: Panchina Gigante Nr. 138, gelb, 15 bis 20 Minuten vom Parkplatz
- Geeignet für: Wanderer, Familien (kurze Variante), Fotografen
- Eintritt: keiner
Zu Fuß ab Cannobio
Die Wanderung ab Cannobio ist eine echte Bergtour mit rund 900 bis 1.000 Höhenmetern. Sie beginnt am südlichen Ortsrand und folgt zunächst der alten Via delle Genti über Solivo nach Molineggi. Von dort geht es steil hinauf nach Viggiona, weiter über Cheglio und Colle zur Bocchetta di Carza und in wenigen Minuten auf den Gipfel. Für den Aufstieg sollten Sie zweieinhalb bis drei Stunden rechnen. Als Runde über Viggiona und zurück nach Carmine Inferiore kommen rund zwölf Kilometer und etwa vier Stunden reine Gehzeit zusammen.
Unterwegs verschwindet der See immer wieder hinter den Bäumen, bis sich der Hang öffnet und Cannobio klein unter Ihnen liegt. Unterschätzen Sie den Abstieg nicht, er geht auf Knie und Oberschenkel. Feste Wanderschuhe, ausreichend Wasser und etwas Proviant gehören in den Rucksack. Wer nach der Tour nicht zurücklaufen möchte, nimmt in Cannero Riviera den Bus oder das Schiff zurück nach Cannobio.
Die kurze Variante: zur Big Bench
Wer es gemütlicher mag, fährt mit dem Auto über Cannero Riviera hinauf nach Trarego Viggiona, rund sechs Kilometer mit vielen Kehren. Dort folgen Sie den Schildern Richtung Colle und Monte Carza bis zum Grotto Monte Carza auf etwa 950 Metern, wo Sie parken können. Der Weg Nummer 13 führt mit nur rund 150 Höhenmetern über einen Vorgipfel zum Gipfel.
Oben steht die Big Bench, die Panchina Gigante Nr. 138. Die leuchtend gelbe Bank wurde im Juni 2021 eingeweiht und ist die erste ihrer Art am Lago Maggiore. Der Weg dorthin ist fast durchgehend ein breiter Schotterweg, in 15 bis 20 Minuten gut zu schaffen, auch mit Kindern und Hund. Wer Riesenbänke sammelt: Jede Big Bench hat einen eigenen Stempel für den Big-Bench-Pass.
Gipfel, Kapelle und die Linea Cadorna
Auf dem Gipfel steht ein eisernes Kreuz auf einer kleinen Lichtung. Der Blick reicht über den mittleren und südlichen Lago Maggiore bis Luino und ins Val Travaglia auf der lombardischen Seite. Knapp unterhalb des Gipfels liegt eine kleine Kapelle mit einem Madonnenmosaik.
Etwa 100 Höhenmeter tiefer, auf der vom Aufstieg abgewandten Seite, finden Sie im Wald Bunker, Schützengräben und einen Stollen der Linea Cadorna. Diese Verteidigungslinie ließ Italien im Ersten Weltkrieg entlang der Schweizer Grenze anlegen, aus Sorge, feindliche Truppen könnten durch die Schweiz vorstoßen. Gekämpft wurde hier nie. Weitere Schützengräben liegen am alten Saumweg unterhalb von Viggiona. Eine Taschenlampe hilft, wenn Sie einen Blick in den Stollen werfen möchten.
Trarego Viggiona: Bergdörfer mit Auszeichnung
Die Gemeinde Trarego Viggiona besteht aus den Ortsteilen Trarego, Viggiona und Cheglio. Seit 2024 trägt sie die Bandiera Arancione des Touring Club Italiano, ein Gütesiegel für besonders gepflegte kleine Orte im Hinterland. In Trarego stehen die Pfarrkirche San Martino, alte Mühlen und eine frühere Gemeinschaftssennerei. In Viggiona lohnt die romanische Chiesa Vecchia, ein Nationaldenkmal. Ein Kreuzweg verbindet sie mit der barocken Pfarrkirche San Maurizio. Die Stationen gestalteten in den 1960er-Jahren Studenten der Kunstakademie Stuttgart. In Cheglio steht das Oratorium San Rocco. Wer mag, probiert den Grappa, der in Viggiona gebrannt wird, oder den Käse der kleinen Sennereien.
Für Familien liegt gleich beim Parkplatz der Hochseilgarten Wonderwood (mehr dazu unten). Wer nach dem Ausflug essen möchte, kehrt im Grotto Monte Carza ein, das typische Bergküche serviert.
Mit Kindern und zur richtigen Jahreszeit
Für kleinere Kinder ist der Aufstieg ab Cannobio zu lang und zu steil. Mit ihnen ist die kurze Variante zur Big Bench ideal, verbunden mit ein paar Stunden im Hochseilgarten. Größere, wandererfahrene Kinder schaffen auch die lange Tour. Im Sommer starten Sie am besten früh, dann spendet der Wald noch Schatten. Besonders schön ist der Monte Carza im Herbst und im Frühjahr, wenn die Luft klar ist. An dunstigen Tagen kann die Fernsicht dagegen stark eingeschränkt sein, ein Blick auf die Webcams am See vor der Abfahrt lohnt sich.
Rundweg über die Alpe Pra Redond
Zwischen der kurzen Variante und der großen Tour ab Cannobio liegt ein Rundweg ab Trarego. Er führt über den Monte Carza und die Alpe Pra Redond auf 940 Metern zurück und ist rund 4 Kilometer lang. Die reine Gehzeit liegt bei etwa 1 Stunde 45 Minuten. Der Abstieg ist sehr steil und nur etwas für geübte Wanderer mit gutem Schuhwerk. Mit Kindern bleiben Sie besser auf dem breiten Weg zur Big Bench.
Wonderwood und mehr für Familien
Der Hochseilgarten auf rund 1.000 Metern hat acht Parcours, die schon für Kinder ab drei Jahren geeignet sind. Dazu kommen eine 75 Meter lange Zipline, eine Hängebrücke und im Hochsommer ein Wasserbereich zum Abkühlen. Die Saison beginnt Ende März an den Wochenenden und in den Osterferien, im Sommer ist täglich geöffnet. Tickets kaufen Sie am besten vorher online. Picknick ist im Park nicht erlaubt, dafür gibt es ein kleines Bistro.
In Trarego gibt es außerdem ein kleines Tastmuseum, das Museo tattile, und ein frühes Wasserkraftwerk aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts, das an die Zeit erinnert, als die Bergdörfer ihren eigenen Strom erzeugten. Ende Juli feiert Viggiona sein Dorffest Viggiona by Night.
Kombination mit Carmine Superiore
Die lange Tour ab Cannobio verläuft im ersten Teil auf derselben Via delle Genti wie die Wanderung nach Carmine Superiore. Das mittelalterliche Dorf, das nur zu Fuß erreichbar ist, eignet sich gut für einen zweiten, kürzeren Wandertag. Von dort führt der Weg weiter nach Cannero Riviera, wo Sie mit dem Schiff zurück nach Cannobio fahren.
Der Monte Carza passt gut zu einem Urlaub, in dem sich Badetage und Wandertage abwechseln. Am einen Tag liegen Sie am See, am nächsten ziehen Sie die Wanderschuhe an und sind wenige Minuten später in einer ganz anderen Landschaft. Wohnen können Sie bei uns im Mobile Home am Lago Maggiore, in einer Ferienwohnung mit Seeblick oder auf einem Stellplatz für Wohnmobil, Wohnwagen oder Zelt.
Insider-Tipps von Einheimischen
Damit Ihr Ausflug ganz besonders schön wird:
- Wir empfehlen, die Tour ab Cannobio nicht zu unterschätzen: mit 900 bis 1.000 Höhenmetern ist sie eine echte Bergwanderung.
- Im Sommer früh am Morgen starten.
- Ist Ihnen die ganze Tour zu lang, empfehlen wir Trarego Viggiona als Ausgangspunkt.
- An der Big Bench empfehlen wir eine längere Pause. Nehmen Sie ein Picknick mit.
- Mit kleinen Kindern empfehlen wir den kurzen Weg vom Parkplatz zur Big Bench.
Fragen und Antworten
1.116 Meter.
Ja. Die Tour hat rund 900 bis 1.000 Höhenmeter und ist eine anspruchsvolle Bergwanderung.
Ab Cannobio zweieinhalb bis drei Stunden, je nach Route und Kondition.
Ja. Über Cannero Riviera geht es nach Trarego Viggiona und weiter Richtung Colle bis zum Grotto Monte Carza, wo Sie parken können.
Auf dem Gipfel des Monte Carza oberhalb von Trarego Viggiona. Vom Parkplatz am Grotto Monte Carza sind es 15 bis 20 Minuten zu Fuß.
Mit kleinen Kindern ja, wenn Sie die kurze Variante ab Trarego Viggiona wählen. Die Tour ab Cannobio eignet sich für größere, wandererfahrene Kinder.
Frühling und Herbst sowie frühe Morgenstunden im Sommer. Die Mittagshitze sollten Sie im Hochsommer meiden.